Lepton-Rundflug
Blade mcx

Hubschrauber

Im April 2001 habe ich mir einen Jugendtraum erfüllt:

Ein Hubschauber!

Hier in Gestalt eines gebrauchten Eco 8 von Ikarus für 400 DM. Mit Sport-Motor, 8-zelligem Akku, Steller und Kreisel!

Nun ja, ein wenig gebraucht sah das schon aus, was ich da aus dem riesigen Karton holte. Und mein erster naiver Schwebeversuch im Keller auf 2 x 2 Meter endete nur mit viel Glück ohne Schäden.

Nach ein paar Tagen war das Wetter dann auch endlich mal so gut, dass ich den Hubi auf dem Modellflugplatz ausprobieren konnte. Obwohl ich bis dahin schon etliche Stunden am Simulator trainiert hatte, brauchte ich doch den ganzen Platz für meine ersten Versuche. Aber immerhin ging nichts kaputt.

Mit der Zeit blieb der Eco dann doch auch mehr oder weniger da, wo ich ihn habe wollte. Mutig geworden, wagte ich den ersten Rundflug. Das ging dann so in 10 m Höhe schon recht flott über'n Platz.

Doch halt! Ähh, Halt! Halt! habe ich gesagt! Verdammt noch mal, wie halte ich das Ding an? Für einen alten Flächenflieger ist das nun mal ein ungewohnter und normalerweise absolut zu vermeidender Zustand. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, dem Zossen die Zügel anzuziehen, und jetzt stand er da, in 10 m Höhe, am Ende des Platzes. Absteigen hatte ich ja auch noch nie gemacht. Bei diesem ersten Versuch habe ich dann auch gleich mitbekommen, dass der 'Sport'-Motor eigentlich eher für 'Schwebe-Sport' gedacht war, jedenfalls brauchte ich voll Pitch und etwas Glück, dass mir der Hubi nicht gleich bis unter die Grasnarbe fiel.

Jetzt kam also die Zeit der Tuning-Maßnahmen. 10 Zellen und ein Speed-650 waren schon ein recht annehmbares Rundflug-Paket. Nachdem der Speed dann auch noch gegen einen Brushless-Motor getauscht und ein Heading-Lock-Kreisel eingebaut war, konnte ich auch schon mal erste wackelige Loopings fliegen. Doch so richtig Spaß hat das mit dem ganzen Weichplastik an Bord nicht gemacht.

Es sollte also was Handfesteres her. Da die LiPos und größere BL-Motoren damals noch unbezahlbar waren, musste es also ein Verbrenner sein. Unser vereinseigener Händler legte mir Hirobo's Sceadu an's Herz.

Wie sich herausstellte, keine schlechte Wahl. Nur, der Motor war im Prinzip mein erster Glühzünder (wenn man mal von einem 0,8er Cox zu Schülerzeiten absieht). Ich musste jetzt also gleichzeitig den Hubschrauber und den Motor in den Griff bekommen.

Der Hubschrauber war dabei allerdings kein Problem. Zu meiner Überraschung flog der Sceadu erheblich ruhiger und präziser als der Eco. Nur der Motor lief irgendwie nicht so richtig…

Entweder hatte ich ihn zu fett eingestellt, dann habe ich den Hubschrauber nach 2 min Hovern nicht mehr gesehen, oder er lief zu mager — inzwischen weiß ich, wie sich der Motor kurz vor einem Kolbenfresser anhört. Und auch danach. In der Mitte konnte er sich nicht entscheiden: War beim Abheben mit 1600/min am Rotor noch alles bestens, ging's nach ein paar Minuten plötzlich bis auf 2200/min hoch. Da bekommt man schon Angst!

Der Einbau eines Drehzahlreglers verdeckte dieses Problem etwas, jetzt lief der Motor entweder mit der Wunschdrehzahl, oder er ging beim Flare aus (auch gut, mache ich eben gleich meine erste AR-Landung daraus, bessere Ausgangslage gibt's dafür nicht). Unangenehmer ist's da schon, wenn einer der Magnete für den Sensor des Drehzahlreglers wegfliegt. Auch so ein 8,5ccm Motor hat schon gut Power. Wie gesagt, 2200/min am Kopf. Nur gut, dass ich den Regler von Sender aus abschalten konnte und auch noch eine brauchbare Gaskurve programmiert war.

Hmmm ja. Zusammen mit dem Geschmiere vom Sprit ist ein Verbrenner also wohl nicht das Wahre. Inzwischen ist doch aber das LiPo-Geraffel deutlich bezahlbarer geworden, also wie schaut's denn jetzt mal wieder mit einem Akkuschrauber aus?

Es traf sich, dass Hirobo 2007 gerade den Lepton herausgebracht hat. Irgendwie hatte ich auf die ganze Dinosaurierfamilie keine Lust, die erinnerten mich aus dem Baukasten zu sehr an meinen alten Eco. Der Lepton ist da schon ein etwas anderes Kaliber, fast nur Kohle und Alu, nix Plaste und Elaste. Naja, wenn man mal von dem komischen Heckrotor absieht.

Der Lepton ist mit 90 cm Rotordurchmesser ein bischen kleiner als der Eco, mit dem Kora 20-12 und 4 LiPo-Zellen deutlich kräftiger. Trotz der fehlenden Größe liegt er viel ruhiger in der Luft und läßt sich bedeutend präziser fliegen. Er hat nur einen Nachteil: Wenn mal eine Flugfigur nicht klappt, liegt der Fehler meistens zwischen den Ohren des Piloten.

Lepton-Rundflug

Hier noch ein kleines Schmankerl:

Rundflug mit dem Lepton (8.4 MB)

Blade mcx

Mein neuestes Spielzeug! Ein Blade mcx von E-Flite. So leicht und locker, der schwimmt sogar in Milch. Fliegt absolut fantastisch, ideal um im Winter ein bisschen im Wohnzimmer Staub aufzuwirbeln. Zwischendurch mal eben auf'm Sofa landen… Nein! Nicht in die Blumen! Auweia, das gibt Ärger.

Nein, der ist so winzig, der tut nix. Man kann ihn sogar regelrecht aus der Luft pflücken, oder sich gegenseitig zublasen. Wenn man im Schwebeflug mit der Hand das Heck wegdrückt, merkt man richtig, wie der Kreisel dagegen arbeitet. Einfach toll, der Kleine. Verglichen mit Lama & Co ist einfach viel mehr Platz da, weil der Heli nur halb so groß ist. Und dabei genauso steuerbar, also alle vier Funktionen. Die Kreiselwirksamkeit ist noch einige Klassen besser, das Heck rastet regelrecht ein wie bei den Großen. Nur von Fluggeschwindigkeit kann man nicht wirklich sprechen, einmal quer durch's Wohnzimmer dauert schon ziemlich. Aber deswegen scheppert er eben auch nicht überall gegen.


Modell: Eco 8
Hersteller: Ikarus
Rotordurchmesser: ca. 100cm
Gewicht: ca. 1600g
Empfänger: Graupner mc12
Servos: hitec HS81, 3x robbe F500
Motor: Kontronik
Drehzahlregler: Kontronik
Modell: Sceadu
Hersteller: Hirobo
Rotordurchmesser: ca. 135cm
Gewicht: ca. 3500g
Empfänger: Graupner mc24
Servos: JR C5077 (Gas), JR5481 (Pitch), Futaba F9452 (Heck), 2x robbe FS250 (Roll & Nick)
Motor: OS-MAX 50
Drehzahlregler: Schulze
Modell: Lepton
Hersteller: Hirobo
Rotordurchmesser: ca. 90cm
Gewicht: ca. 1600g
Empfänger: Graupner smc16
Servos: 3x hitec HS85MG
Motor: Kontronik Kora 15-12
Flugakku: 4x 3700mAh
Regler: Kontronik Jazz 80